Samstag, 9. Februar 2008

Chef-Designer


Schönes Beispiel für Alltagstypografie, bei der ich manchmal mild lächle, gelegentlich waidwund aufbrülle und oft denke, dass in einem erfolgreichen Familien-Unternehmen Typografie, ach was schreib ich da, Grafic-Design meistens Chef-Sache ist. Ich finde, das sieht man dann auch. Hier: Für den Sprüh vom verschnarchten Vorstadtspritzer da daneben, dafür kann ChefIn nix. Mehr Beispiele werden folgen.

Montag, 14. Januar 2008

Montagmorgen


Heute, 14. 01. 08 - 8.15 h und kein Flieger im Anflug, der dekorativ durch mein Bild düst.

Donnerstag, 10. Januar 2008

Buchvital - Kurzbericht von der Wiederbelebung zweier Buchruinen



Mein Freund Hannes hatte schon nicht mehr an die Revitalisierung seiner beiden Buchruinen aus dem 19. Jhr. geglaubt. Hätte er gewusst, dass die beiden Schätzchen schon vor Weihnachten fertig wurden, er hätte sicher darauf bestanden, nicht auf die traditionelle Bescherung warten zu müssen.
Nr. 1, das Handlexikon, stammte ursprünglich aus einer k.u.k-Jungenbildungsanstalt (ca. Anno 1845). Ihm fehlte komplett der Einband, lediglich der Rücken war mit Isolierband angepappst worden. Also: Zerlegen, putzen, neu heften, ableimen etc.; ein neuer Einband, Halbtextil in imperialem Rot mit ‚feinstem’ Wolkenmarmor, musste her. Ein kleines Etikett im Stil der Zeit habe ich hinzugefügt und dabei festgestellt, dass Buchbinderkleister den Laserdruck anlöst. Und so schauten das neue Etikett (+ ich) ziemlich alt aus. Da das Buch auf holzschlifffreiem Bütten gedruckt war und die alte Heftung sich gut entfernen ließ, die altgestochenen Löcher an keiner Stelle ausgerissen waren, habe ich mit starkem Leinenzwirn wieder auf Hanfschnur geheftet. (Früher war manches wirklich besser, ganz besonders das Papier.)
Die zweite, wieder zum Buchleben erweckte Ruine, eine Illustrierte Naturgeschichte aus gleicher Quelle machte viel mehr und subtileren Stress, es war halt ein Buch aus rein industrieller Produktion der Fa. Brockhaus (ca. 1885). Der Lederrücken bestand größtenteils aus Mumienpulver, lediglich ein Teil des Rückenschildes konnte ich retten und später aufkleben. Die Bindung war völlig desolat, die teilweise durch die Rückegaze gedonnerten Heftklammern durch die Leimung schön festgerostet. Also: Zerlegen, Klammern ziehen, säubern und zwischen den alten Klammerlöchern neu auf Band heften. Größere Rissstellen in den Lagen mit Japanstreifen überklebt und so stabilisiert. Mit dem blind-, mehrfarb- und goldgeprägten Titel- und Rückenteil einen neuen Umschlag gefertigt (Pappe gespalten, ‚Scharnier’ auf Schrenzpape mit schwarzem Regent bezogen und eingeleimt, grobe Farbfehler vorsichtig überretuschiert und das Gold mit einem Poliertuch aufgemöbelt. Dann von dem alten, sehr schön gestalteten Vorsatz Farbfotokopien (Laufrichtung!) machen lassen und über den technisch notwendigen Vorsatz aufgeklebt, da ich dem Fotokopierpapier misstraut habe. Auf der 3. Umschlagseite einen Manilafrosch aufgeleimt, der die nicht mehr heftbaren Seiten der letzten Lage aufzunehmen hatte.
Gotcha, Freund Hannes hatte seine (Weihnachts-)Freue.

Beste Vorsätze: No. 1 – Mehr ist mehr


Einer der Merksätze, die mir ein Kreativ-Guru der Agentur mit auf den Weg gab, bei der ich den ehrenwerten Beruf des Werbekaufmanns gelernt habe (i.e. Limmi Limbach, vulgo Bonduell, Siegwerk Farben etc.) war der, dass unsereiner nur beim Besten klauen sollte. Nun, das tue ich hiermit, denn im vergangenen Herbst postete Erik Spiekermann mitten in sein spiekerblog die lustvolle Erkenntnis hinein, [Zitat] … war die letzte Zeit nicht sehr aktiv. Ich war wohl zu ehrgeizig und habe nur nach ‚wertvollen’ Themen gesucht. Damit ist es nun vorbei.” And so do I.
Und dann fand ich in meinem backup (ja, ja, die olle Externe trägt stolz den lyrischen Namen ‚Dataheaven’ und jaulte vor Freude auf, als ich sie startete) diese Karikatur meines ehemaligen Madaus-IT-Kollegen Andreas Oeldemann aus seligen Projektzeiten. Sie passt prima zu meinen gelegentlichen Murr-Attacken - nachdem ich ihr ein wenig typographisches Craquelé verpasst habe.

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Fensterkunst


Ziemlich weit oben auf der Severinsstrasse, eingezwängt zwischen einer riesigen Baustelle (ehedem Reissdorf-Brauerei) und einem der unsäglichen Billigdriss-Läden fand ich an einem dämmerigen Sonntagnachmittag dieses prächtige Bäckerei-Fenster. Leider hält der Mann sich an die doitschen Ladenschlusszeiten, der Probekauf musste leider ausfallen.

Sonntag, 28. Oktober 2007

Einen hab' ich noch: Buchbindermesse in der Palette




Die „Palette“ auf der Lüderichstr. ist eine bekannte, gemeinnützige Behinderteneinrichtung, angesiedelt im Niemandsland zwischen Kalk, Humboldt und Gremberg. Weil dort neben anderem auch qualitativ hochwertiges Handwerk aus dem Grafischen Gewerbe angeboten wird, und weil dort wohl häufiger mal jemand vorsichtig angefragt hat, ob man mal eben sein handgebundenes Büchlein „geradeschneiden“ könnte, siedelte sich genau dort eine jährliche „Buchbindermesse“ an. Wenn ich richtig aufgepasst habe, dann war es heuer das 9. mal.
Müßig aufzuzählen, was dort meinen Blutdruck in ungeahnte Höhen treibt: Papiere von edelster Qualität aus allen Erdteilen, seltene Spezialpapiere, grobes, feines und feinstes Handwerkszeug, Leder, Pergament, Spezialkleber, Vergolderbedarf, echt antikes Buchbindermaterial usw. usw. Wie gut, dass ich momentan völlig platt bin, so blieben meine Einkäufe im grünen Bereich. Und einen Geldautomaten zu finden, „kannste verjesse“ strahlte die schwarzgelockte Kaffee-Fee vom mobilen Kaffeeservice.
Noch ein Hinweis: Selbst gebrauchte Klein-Maschinen aus der Branche sind mittlerweile so teuer und so rar geworden, dass es mein Herz erfreut hat, auch den Herrn Louet aus Lochem/NL anzutreffen. Der baut auf High-Tech-Niveau Low-Tech-Maschinen, deren Prinzipien eigentlich schon hunderte Jahre alt sind.
Aber zeigen Sie den Link bloß nicht der Dame Ihres Herzens, sollte diese filzen, spinnen, kardieren, weben oder gar buchbindern. Ihr Blutdruck wird es Ihnen danken.

Freitag, 26. Oktober 2007

Ach was Warenwelt: extrascharfe (Männer-)Sachen



Ach, was war doch vordem die Warenwelt so schöm. Und beim näheren Betrachten der Dachbodenbeute meines Freundes Hannes, alles originalverpackt, rostfrei, ready to use, lese ich weitere männlich-nostalgische Warenqualitäten: „Hauchdünn, Meisterklasse, extra dünn, Exquisit.“ Schon bin ich im Bilde. Sie auch?
Frag ich mich noch, wie geht Nassrasieren doch gleich? Mein allerletztes Mal muss in der Grundausbildung gewesen sein - warmes Wasser war schlicht Mangelware. Da endete die extradünne frühmorgendliche Männlichkeitsdarstellung Marke Au-Werk (o.lks.). Elektrisch rasieren geht auch im Bette, ne.

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Knock-knock, who's there?



Als bekennender Second Life-Ignorant und in Unkenntnis der Mehrzahl der dort angebotenen Features (hä, richig?), lese ich doch mit Interesse die verschiedenen Erlebnisberichte der Aktivisten. Und wenn es dann auch noch Freunde sind, die sich einer von mir mit Höchstmaß an Mißtrauen beobachteten Institution nähern wollten (Katholische Kirche Köln), dann lässt mich das nicht wirklich kalt.
Lesen Sie bei IT&W, wie es deren Hauptakteuren, in Person ihrer Atavare ‚ninjaturkey’ und ‚Case’, erging, als sie den löblichen Versuch starteten, erhobenen Atavaren-Hauptes am Türsteher des Kölner Doms im Second Life vorbei zu kommen.
Vielleicht lag die Zugangsverweigerung (Ey, Lan, kommstdumir mit krass Nikes und Scheisenzottelpürke hier nich rein!) ja wirklich nur am äußeren Erscheinungsbild. Mein Vorschlag siehe oben. Hosianna!

Sonntag, 23. September 2007

Kunst im Alltag, unbunt, christlich, abstrakt + gepixelt


Dem Herrn Kardinal hier in Köln, weithin bekannt als bekennender Verächter abstrakter Kunst in katholischen Kirchen und beredter Warner vor mittenloser Kunst (Hintergrund bitte selber googeln!) sei hier ein Angebot zur Güte unterbreitet: Ein völlig mittig orientiertes christkatholisches Symbol - das Symbol überhaupt - in einem bis zur völligen Abstraktion entkleideten, pixelig und unbunten Umfeld dargeboten.

Montag, 17. September 2007

Auferstehungskirche, Köln-Buchforst





Eine Kirche, 1965-67 von Rasch und Wolsky erbaut, modern, kompromisslos und (IMHO) schön. Aus der Distanz gesehen wächst der Bau aus dem Bewuchs der Autobahnabfahrt wie eine Cutterklinge heraus. Aus der Nähe wirkt er bis in die Details gut strukturiert. Ein Blick durch die Glasfront im Eingangsbereich zeigt ein wunderschönes Raumlicht, das gänzlich - jedenfalls an diesem späten Sonntagvormittag - ohne künstliche Lichteffekte daherkommt.
Leider sind dem markanten Gotteshaus am Rand der (ehedem so genannten) „Weissen Siedlung/Kalkerfeld“ die Gläubigen abhanden gekommen. Über die Hälfte der Menschen, die das Arbeiterviertel Buchforst beleben, braucht wohl keine Kirche, sondern eine Moschee. Der Wandel ist auch der Grund, warum die Auferstehungskirche an die gemeinnützige GAG verkauft werden soll, schreibt die Regionalpresse: ‚Das Gebäude und der Kirchplatz sollen der Gemeinde und den Buchforster Vereinen als Begegnungs-, Veranstaltungs- und Tagungszentrum zur Verfügung gestellt werden.’ Wann feiern wir die ‚Auferstehung der Auferstehungskirche’?

Sonntag, 9. September 2007

Über den Tellerrand : Bürokunst mit Microsoft Office



Da höre ich schon die boshaften Sprüche einiger befreundeter Microsoft–Verächter: … und dann auch noch Bürokunst, mit den ‚Werkzeugen des Teufels’ erstellt. Was sollen wir denn davon halten? Jason Kottke (NYC) hat die MS-Office-Schätzlein ausgegraben und geblogt. Die : hier : gezeigten Beispiele stehen zum download bereit, Eigenversuche können hochgeladen werden, Bewertungen sind möglich.

Freitag, 7. September 2007

Straßenkunst



Straßenkunst/Kunst der Straße — gesprüht, gekratzt, geklebt … hab ich was vergessen? Ja, heute beim Ausritt zur VHS bin ich beinahe drübergelatscht: Straßenkunst – gekleckert. In zwei Farben direkt neben den unwirtlichen, ungepflegten Fußgängerüberwegen der KVB: Spitze, schnell hinge… äh, nun ja, halt menschliche Lebenszeichen, reale Straßenkunst, und ganz dicht dran am ganz großen Vorbild: « Streetart by Lumpi » von Frau Godany/Wien.